Pauschaldotierte Unternehmenskasse: Betriebliche Altersvorsorge spielt im Employer Branding eine wesentliche Rolle

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Pauschaldotierte Unternehmenskasse: Betriebliche Altersvorsorge spielt im Employer Branding eine wesentliche Rolle

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Stelle zu besetzen. Fast jede zehnte offene Stelle bleibt nach einer aktuellen Studie unbesetzt. Daher wächst die Bedeutung des Employer Branding. Ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, die gewillt sind, lange im Unternehmen zu bleiben, ist kein Betrieb erfolgreich. Eine interessante Maßnahme ist eine betriebliche Altersvorsorge durch eine pauschaldotierte Unternehmenskasse.

In Deutschland herrscht nahezu Vollbeschäftigung, die Arbeitslosenquote befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Und die Unternehmen sind weiterhin auf der Suche nach Mitarbeitern. Über die Hälfte der Top-1.000-Unternehmen gibt an, im Jahr 2019 mehr Mitarbeiter beschäftigen zu wollen als noch zu Beginn des Jahres, heißt es in der Studie „Employer Branding“ des Centre of Human Resources Information Systems unter Beteiligung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Monster Worldwide Deutschland GmbH. „Im Vergleich dazu gibt sogar gut drei Viertel der IT-Unternehmen an, dass sie die Anzahl ihrer Mitarbeiter im Jahr 2019 steigern möchten. Die Unternehmen gehen auch weiterhin von einer hohen Zahl von Vakanzen aus. Durchschnittlich 138 bei den Top-1.000-Unternehmen und 158 bei den IT-Unternehmen. Bei den Großunternehmen sind dabei bis zu 1.500 Stellen zu besetzen, bei den IT-Unternehmen bis zu 1.000 Stellen.“

Ein weiteres Ergebnis: „Die Anzahl der zu besetzenden Stellen dürfte sich nach Ansicht der Unternehmen in naher Zukunft noch erhöhen. 13,4 Prozent der Mitarbeiter, die bei den Top-1.000-Unternehmen angestellt sind, werden in den nächsten Jahren ihr Unternehmen altersbedingt verlassen.“ Zugleich weist die Studie auf ein Problem hin: „Zudem wird es immer schwieriger, die offenen Vakanzen zu besetzen. Vier von zehn offenen Stellen sind schwer zu besetzen; fast jede zehnte offene Stelle bleibt unbesetzt. Bei den IT-Unternehmen sind es sogar fünf von zehn offenen Stellen, die schwer zu besetzen sind, und 15,5 Prozent, die gar nicht besetzt werden können.“

Employer Branding: Sieg im sogenannten „Kampf um die Köpfe“

Daher müssen die Mitarbeiter und der gute Ruf als Arbeitgeber besonders gepflegt werden. In Zeiten des Fachkräftemangels kommt es darauf an, den „Kampf um die Köpfe“ nicht von vorneherein internationalen Konzernen zu überlassen, sondern immer attraktiv für Fachkräfte zu bleiben. Das Stichwort lautet Employer Branding. Das wird nach dem anerkannten „Gabler Wirtschaftslexikon“ folgendermaßen definiert: „Employer Branding kennzeichnet den Aufbau und die Pflege von Unternehmen als Arbeitgebermarke. Angesichts des zunehmenden Personal- und Fachkräftemangels sowie Talentwettbewerbs vieler Branchen und Unternehmen, dienen der Aufbau und die Pflege einer Arbeitgebermarke dazu, sich gegenüber Mitarbeitern und möglichen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, um so einen Beitrag zur Mitarbeitergewinnung und -bindung zu leisten.“

Das folgt einem einfachen Motto: Ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, die gewillt sind, lange im Unternehmen zu bleiben, kann ein Betrieb keinen durchschlagenden Erfolg erzielen. Dabei ist das Gehalt alleine längst nicht mehr das alleinig ausschlaggebende Kriterium für eine langfristige Bindung – denn gerade im wissensbasierten Mittelstand verdienen Mitarbeiter ohnehin überall vergleichsweise gute Gehälter. Natürlich: Ein attraktives Grundgehalt bietet eine hohe Motivation gerade für Young Professionals, sich einem Unternehmen anzuschließen. Aber es spielen eben auch andere Parameter eine Rolle, wie die Infografik von Universum „Was macht Unternehmen bei Young Professionals attraktiv?“ auf Basis des Young Professional Surveys Deutschland 2019 deutlich zeigt.

Betriebliche Altersvorsorge macht Unternehmen bei Young Professionals attraktiv.

Der durchschnittliche Rentenbezug in Deutschland sinkt

Es kommt also auch darauf an, durch besondere Maßnahmen Mehrwerte herzustellen und Wertschätzung zu zeigen. Ein Bereich ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). In den Medien hören und lesen wir es immer wieder. Der durchschnittliche Rentenbezug in Deutschland sinkt. Daher sind die Menschen gefragt, auf die alternative Ruhestandsfinanzierung zu setzen, um auch im Alter gut versorgt zu sein. Die betriebliche Altersvorsorge ist der Baustein, den Arbeitgeber unterstützen können. In Zahlen ausgedrückt: In Zukunft soll das Rentenniveau bis 2050 auf weniger als 40 Prozent im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst desselben Jahres sinken. Die rechnerische Höchstrente liegt derzeit bei 2742 Euro im Monat.

Das bedeutet, das selbst derjenige, der 45 Jahre lang jedes Jahr über die Beitragsbemessungsgrenze von 80.400 Euro (Stand 2019) hinaus verdient und damit den Höchstsatz in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, mit hohen Abschlägen zu seinem vormaligen verfügbaren Einkommen leben. Aktuell beträgt die Standardrente eines ‚Eckrentners‘ im Westen, der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, übrigens 1396,35 Euro.

Diese Daten, die in Zukunft kaum besser werden, aber jedoch ziemlich sicher schlechter, gelten natürlich insbesondere auch für gutverdienende Young Professionals. Diese haben aber eben durch die gesetzliche Rente im Alter keine Reichtümer zu erwarten.

Professionelle bAV kann Mitarbeiterbindung erheblich erhöhen

Daher ist eine professionell organsierte betriebliche Altersvorsorge für viele Mitarbeiter wertvoller als etwas mehr Bruttogehalt. Davon kommt von dem Netto ohnehin gerade einmal die Hälfte an. Jetzt steht aber auch die bAV regelmäßig in der Kritik, sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern. Versicherungsverträge, die teuer sind und schlecht performen, möchten niemand finanzieren. Und eine solche Police ist auch nur in sehr seltenen Fällen dazu geeignet, die Mitarbeiterbindung erheblich zu erhöhen. Vielmehr wird dies eher als lästig angesehen, Arbeitnehmer wollen Freiheit und Flexibilität, keine starren Versicherungskonstrukte, die zudem noch in der öffentlichen und fachlichen Wahrnehmung keinen allzu guten Ruf mehr genießen. Kurzum: Gut gemeint heißt in der bAV nicht immer auch gut gemacht!

Dazu kommt für Arbeitgeber das Haftungsrisiko vor allem angesichts der mittlerweile geltenden Zuschusspflichten für Arbeitgeber: Er muss bei einem Arbeitsplatzwechsel für die Differenz zwischen dem kalkulierten und dem echten Vertragswert einstehen. Das kann sich je nach bAV-Zusage locker im fünfstelligen Bereich bewegen.

Eine interessante Maßnahme im Employer Branding ist eine betriebliche Altersvorsorge durch eine pauschaldotierte Unternehmenskasse.

Pauschaldotierte Unternehmenskasse seit 120 Jahren im Einsatz

Also ist eine Alternative gesucht, die eine betriebliche Altersvorsorge ermöglicht, aber zugleich nicht an Fondspolicen oder ähnliches gebunden ist. Zudem sollen neben einem nachteiligen Kosten-Nutzenverhältnis auch weitreichende Haftungsrisiken für das Unternehmen verhindert werden. Als Option, die Mitarbeitern spürbare Mehrwerte liefert, hat sich die pauschaldotierte Unternehmenskasse in der Praxis bewährt.

Diese mehr als 175 Jahre alte Form der bAV wird seit ewigen Zeiten bereits von Großunternehmen eingesetzt. Sie kann vollständig arbeitgeberfinanziert sein und beruht nicht auf Versicherungsverträgen. Dabei erbringt sie mit durchschnittlich drei Prozent garantierte Rendite im Jahr erheblich bessere Ergebnisse als eine Anlage im Versicherungsmantel. Das Feedback lautet in der Praxis einhellig, dass die Mitarbeiter diesen Schritt zu schätzen wissen. Sie erkennen, welchen Mehrwert ihr Arbeitgeber mit der pauschaldotierten Unternehmenskasse schafft. Schließlich müssen sie keinen eigenen finanziellen Beitrag für die bAV leisten (dürfen aber im Rahmen des Entgeltverzichts). Zudem erhalten sie ihre Versorgungsleistungen zum Renteneintritt auch dann, wenn ihr Arbeitgeber Insolvenz angemeldet haben sollte.

Pauschaldotierte Unternehmenskasse im Employer Branding: hohe Motivation für Fachkräfte

Die pauschaldotierte Unternehmenskasse ist ein strategisches Element im Employer Branding, gerade auch bei gut bezahlten Fachkräften. Nicht selten bewegen sich Zusagesummen für das Management eines Unternehmens im sechsstelligen Bereich. Damit steht ihnen später Monat für Monat eine sehr ordentliche Summe aus ihrer bAV zur Verfügung. Das ist eine hohe Motivation für Fachkräfte, sich langfristig an ein Unternehmen zu binden.

Dazu passt auch eine weitere Erkenntnis der Studie „Employer Branding“: „Das Employer Branding beeinflusst alle Phasen der Candidate Journey. Im letzten Jahr bewerteten die Top-1.000- Unternehmen ihr Employer Branding mit einer 4+. Durch die zunehmende Befassung mit diesem wichtigen Thema und verschiedenen Maßnahmen in den Unternehmen zur Stärkung der Employer Brand hat sich die Note in diesem Jahr auf eine 3,0 verbessert. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich im Vergleich zum Vorjahr das Employer Branding zwar leicht verbessert hat, es aber noch viel Raum für Verbesserungen gibt.“ Eine Möglichkeit kann eben die pauschaldotierte Unternehmenskasse sein.